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Das internationale Bildungsprojekt Patio13 (www.patio13.de) wurde im Jahr 2000 von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und der kolumbianischen Lehrerbildungsstätte Escuela Normal Superior María Auxiliadora (ENSMA) in Copacabana bei Medellín gegründet. Inzwischen hat es sich zu einer weit verzweigten internationalen Bildungsinitiative der Straße entwickelt.
Aus diesem Projekt ging 2007 der Masterstudiengang Straßenkinderpädagogik hervor, der von den Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Freiburg in Kooperation mit den Universitäten Heidelberg und Freiburg angeboten wird. Er qualifiziert für die nachhaltige Bildungsarbeit mit randständigen Kindern und Jugendlichen weltweit. Ziel des Studiengangs ist die Entwicklung und Vermittlung von zielgruppengerechten Bildungskonzepten für Kinder und Jugendliche, die sich in gesellschaftlichen Risikosituationen befinden und von der Institution Schule nicht erreicht werden (Schulverweigerer, Kinder in Armut, Kinder mit Migrationshintergrund, Straßenkinder, Flüchtlingskinder, Kinder ethnischer Minderheiten, Kindersoldaten, Aidswaisen, Kinderprostituierte).

10 Jahre Patio 13

10 Jahre Zusammenarbeit zwischen Hochschulen in Deutschland und Kolumbien

In der Aula der pädagogischen Hochschule Heidelberg hatten sich zahlreiche Festgäste versammelt um die ersten Studenten des bundesweit einzigartigen Studiengangs „Straßenkinderpädagogik“ zu verabschieden. Pünktlich zum 10jährigen Jubiläum des interdisziplinären und interkulturellen Projektes Patio 13 erhielten vier Studentinnen ihr Masterzeugnis. Gleichzeitig wurde Prof. Hartwig Weber, ein enger Freund und Partner von Don Bosco Bonn, in den „Unruhestand“ verabschiedet.   Neben Festansprachen seitens der Universitätsleitung und aus dem Kreis der Dozenten, hielt Dr. Heiner Geißler den Festvortrag. Pointiert skizzierte Geißler die Probleme der Weltgesellschaft und sparte nicht mit Kritik an unserem Wirtschaftssystem. Für die Verwirklichung der Menschenrechte, sei letztlich ein erzieherischer Ansatz der einzig Wahre, weil nur mit Bildung die Menschen befähigt werden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Auch der Leiter der Bonner Don Bosco Einrichtungen, Br. Jean Paul Muller, würdigte die Leistungen des Kompetenzzentrums und hob hervor, dass Deutschland mehr Geld und Qualität in die Ausbildung seiner Erzieher stecken müsse, um den aktuellen Herausforderungen bei der Erziehung junger Menschen gerecht zu werden.

 

  Außerdem wurde die Broschüre „Querdenken – Brücken bauen. Zehn Jahre Patio13“ vorgestellt. Musikalische Begleitung gab es von „Sal y Piemento“ einem deutsch-venezolanischen Musikduo. Im Foyer der Aula konnten sich die Besucher auf Stellwänden Bilder aus 10 Jahren Patio 13 ansehen. Daneben informierten einzelne Tafeln über weitere Projekte, die die Studenten erarbeitet hatten, zum Beispiel Kinderarmut in Deutschland.   Prof. Weber wird den Bonner Don Bosco Einrichtungen weiter als Partner zur Seite stehen. Auch wenn er offiziell von seinen Pflichten an der Uni entbunden wurde, warten viele weitere spannende Projekte auf Realisierung, so Weber in seiner Schlussansprache.

 

Weber war 1976 als Entwicklungshelfer nach Bogota, Kolumbien gekommen und hat seitdem zahlreiche Urlaubs- und Forschungsreisen nach Kolumbien unternommen.  

Was ist Patio 13?

 

Vor 10 Jahren traf der seit Jahren in Kolumbien forschende Professor Hartwig Weber, die kolumbianische Don Bosco Schwester Sor Sara Sierra. Ein Jugendbuch war der Auslöser gewesen. Sara, die seit Jahren in der Lehrerausbildung und Straßenkinderfürsorge in Medellín tätig ist, hatte den auf Deutsch erschienen Roman von Hartwig Weber „Treffpunkt Plaza Bolivar“ ins Spanische übersetzen lassen. Der Roman thematisierte das Schicksal von Straßenkindern in der Millionenstadt Medellín.

 

Im Straßenkinderzentrum der Salesianer Don Boscos in Medellín, im Patio 13, haben seitdem kolumbianische und deutsche Studenten die Möglichkeit, Unterricht für Straßenkinder zu erteilen. Die Herausforderungen sind enorm. Lehrmethoden, Schülerzahl, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit variieren von Tag zu Tag. Die Uni in Heidelberg gründete daraufhin das Kompetenzzentrum Straßenkinderpädagogik an der Pädagogischen Hochschule. Dozenten aus mehreren Fachrichtungen schlossen sich dem Projekt an. Schließlich wurde der Masterstudiengang geboren. Denn die Erkenntnisse aus der didaktischen Arbeit mit Straßenkindern lassen sich auch gut auf den Schulalltag in Deutschland anwenden. Etwa auf Schulabbrecher, Kinder aus gewalttätigen Familien, Jugendliche mit Drogenproblemen, etc.

 

Don Bosco Bonn unterstützte die Einrichtung des Studiengangs finanziell und beratend und vergab in den Anfangsjahren Stipendien für den Studiengang.    

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